Die Golfmitgliedschaft


Phase 3: Die Golfmitgliedschaft

In Deutschland ist es gar nicht so einfach, einfach mal Golf zu spielen. Wenn man nicht unbedingt auf einer wilden Wiese den Schläger schwingen möchte, braucht es einen Golfplatz. Golfplätze sind wunderschön, herausfordernd, ein Erlebnis … und nicht ganz billig. Der Bau und die wirklich stetige Pflege kosten Geld. Und Golf ist nicht wirklich ein Breitensport, so dass Golfplätze keine öffentlichen Sportanlagen sind. Also gibt es zwei Möglichkeiten, einen Course zu spielen –
a) man zahlt pro Runde eine Spielgebühr, das sogenannte Greenfee, oder b) man wird Mitglied im Golfclub, der den fraglichen Platz betreibt.

Für welches Modell der Golfmitgliedschaft man sich entscheidet, hängt stark von den eigenen Ansprüchen und Ambitionen ab.

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1. Die klassische Clubmitgliedschaft

Will man an einem Clubleben teilhaben, hauptsächlich nur einen Platz spielen (und dabei aus meiner Sicht schnellere Fortschritte machen) und sich nicht jedesmal über Greenfees Gedanken machen, empfiehlt sich eine Clubmitgliedschaft. Dabei muss es nicht immer eine Vollmitgliedschaft sein. Besonders am Anfang einer Golferkarriere können die mancherorts recht hohen Clubbeiträge ein Hindernis für den Einstieg in diesen schönen Sport darstellen. Alternativen gibt es aber häufig.  Viele Clubs bieten z.B. günstige Schnuppermitgliedschaften für ein oder zwei Jahre an. Ist abzusehen, dass man sich fast nur an Werktagen auf dem Platz wiederfinden wird (weil wie so oft am Wochenende die Familie Vorrang hat), kommt auch eine Wochentagsmitgliedschaft in Frage. Manche Clubs betreiben neben ihren Championship-Courses auch zusätzlich einen Neun-Loch-Platz und bieten zum Teil vergünstigte Mitgliedschaften für die Nutzung dieser Zweitplätze an. Besonders am Anfang sind diese Plätze hervorragend für die Verbesserung des eigenen Spiels geeignet und schonen das Portemonnaie. Sehr attraktiv finde ich Kombi-Pakete aus Platzreifekurs und Clubmitgliedschaft, bei denen der Club bei Buchung eines Platzreifekurses auch die Clubmitgliedschaft für den „kleinen Platz“ anbietet.

Neben diesen Aspekten darf man natürlich den Wohlfühlfaktor nicht vernachlässigen. Also den Sympathiefaktor des Clubsekretariats oder ob das Clubhaus und die Mitglieder gefallen. Ist der Pro ein Stoffel oder ein Kerl oder Frau zum Pferdestehlen? Manche halten es ganz einfach: der beste Club ist derjenige ist, welcher am nächsten liegt.

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2. Die VcG

Für diejenigen, die sich nicht an einen bestimmten Club binden möchten, gibt es in Deutschland u.a. die Vereinigung der clubfreien Golfspieler im DGV, kurz VcG (http://www.vcg.de). Die VcG ist Teil des Deutschen Golfverbands und im Grunde auch ein Verein, allerdings ein Verein ohne eigenen Platz. Die VcG ist gerade am Anfang einer Golfkarierre recht attraktiv, da die Einstiegskosten relativ gering sind.  Eine Jahresmitgliedschaft kostet 195 Euro, was ungefähr nur 10 – 25% der Clubmitgliedschaften bedeutet. Im Rahmen der VcG-Mitgliedschaft kann man Turniere spielen und das Handicap verwalten lassen. Wenn man also eher daran interessiert ist, möglichst verschiedene Plätze durch zahlen von Greenfee spielen zu wollen, dann ist die flexible Mitgliedschaft der VcG eine gute Option, zumal die Platzreifeprüfung der VcG (die Greencard) sehr anspruchsvoll ist und eine gute Basis für das Spiel auf fremden Golfplätzen darstellt. Der interessierte Leser sollte sich aber vor Augen halten, dass jede Golfrunde mit einem Greenfee bezahlt werden muss. Das ist dann weniger flexibel, denn – im Gegensatz zur Clubmitgliedschaft -, wird man die 60 Euro-Runde oft auch zu Ende spielen, wenn es Hunde und Katzen regnet. Die VcG sollte man ohnehin nicht allein aus Kostengründen vorziehen, denn wenn man halbwegs ambitioniert ist, kommt man am Ende des Jahres auf die gleichen Kosten für das Golfspiel wie bei einer Clubmitgliedschaft. Ich habe beides ausprobiert und diese Erfahrung gemacht.

Ein Tipp von mir: die Wahl einer VcG-Mitgliedschaft sollte man auch im Lichte seines Wohnortes betrachten. Denn nicht überall ist VcG gleich VcG. Während z.B. die Clubs in Berlin und Brandenburg mehrheitlich sehr offen gegenüber der VcG sind, gibt es u.a. in Bayern und Baden-Württemberg zum Teil Greenfeeaufschläge für VcG-Mitglieder, so dass sich das regelmäßige Greenfeespielen dann als recht teurer Zeitvertreib entpuppt.

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3. Die IGC

IGC steht für International Golf Community (www.igc.de). Die IGC ist eine Art Bücherclub fürs Golf. Auch bei der IGC steht die Flexibilität im Vordergrund. Ab 189 Euro erhält man eine deutsche Clubmitgliedschaft für die Handicapverwaltung sowie ein Greenfeepaket von fünf Neun-Loch-Runden auf einer oder mehrerer der 100 Partneranlagen. Größere Pakete sind auch möglich. Will man 18 Loch spielen, fallen zusätzliche Greenfeekosten an. Ich habe einige IGC-Golfer kennen gelernt, die alle recht zufrieden waren. Allerdings sollte man im Vorfeld überprüfen, ob auch der selbst bevorzugte Golfplatz zu den IGC-Partneranlagen gehört.

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4. Die Fernmitgliedschaft

Einige Clubs bieten vergünstigte Fernmitgliedschaften an, also Mitgliedschaften für Golfer, deren Wohnorte in einiger Distanz zum Platz liegen (z.B. mindestens 150 Kilometer Entfernung). Die Rechnung geht für die Clubs meistens auf … sie erhalten Mitgliedsbeiträge für das Verwalten des Handicaps, wobei das Mitglied aufgrund der Entfernung nicht sehr häufig die Anlage nutzt. Es gibt auch einige Internetanbieter, die diese Fernmitgliedschaften bündeln und noch günstiger verkaufen, wobei man dann selten einen Einfluss auf die Wahl „seines“ Golfclubs hat. Hier sollte jeder nach Gusto entscheiden, wobei ich in solch einem Fall die direkte Fernmitgliedschaft eines Clubs empfehle. Hintergrund ist die Situation, dass einige Clubs besonders den Vertrieb von Fernmitgliedschaften in den Fokus stellen, wodurch genau diese Mitgliedschaften bei manch anderen Clubs nicht gern gesehen werden und erhöhte Greenfees nach sich ziehen.

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4. Die Auslandsmitgliedschaft

Die Auslandsmtgliedschaft – meist in einem europäischen Club – ist eine sehr günstige Möglichkeit einer Mitgliedschaft. Das Prinzip ist ähnlich einer deutschen Fernmitgliedschaft. Die Auslandsmitgliedschaften werden i.d.R. über Internetanbieter angeboten. Ich halte sie für eine Alternative, die man nicht unbedingt in Erwägung ziehen sollte. Nicht nur, dass man Gefahr läuft, beim Clubsekretariat ein Naserümpfen zu ernten. Ich bin mir alles andere als sicher, ob mit einer Auslandsmitgliedschaft eine ausreicheinde Haftpflichtversicherung auf dem Golfplatz besteht. Also gilt auch hier: genau auf die Bedingungen schauen.

Es gibt also einige Optionen für die eigene Golfmitgliedschaft. Ist diese Entscheidung nun gefallen, steht dem Spiel nix mehr im Wege und wir können uns den Themen Training und Equipment für den Golfeinstieg widmen.

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